Jobilla HR Startup

HR-Startup Jobilla – Reverse Active Sourcing Plattform

Das HR-Startup Jobilla will mit dem Ansatz des Reverse Active Sourcings den deutschen Markt erobern. Neben einer kostenfreien Recruiting-Software (ATS) bietet das Unternehmen kreative Kampagnen zur Stellenbesetzung. Pekka Nebelung, Vice President of International Growth stellt sich meinen neugierigen Fragen.

Was ist Jobilla?

Hallo Pekka, magst Du euer Startup Jobilla bitte kurz vorstellen?

Hallo Stefan, sehr gerne, danke. Jobilla ist ein Serviceunternehmen für digitales Recruiting, SaaS oder wie wir uns selbst nennen “SaAS” (Software and A-Service).

Wir haben uns spezialisiert auf einen kandidatenorientierten Recruiting-Lösungsansatz, der zum heutigen Wandel und vor allem ins digitale Zeitalter passt. Jobilla wurde im Jahr 2015 in Finnland gegründet. Unsere erste Aktivität, die wir uns damals vorgenommen hatten, war ein Stellenanzeigenportal aufzubauen, was wir auch erfolgreich durchgeführt haben. Wir konnten dann aber ziemlich schnell feststellen, dass die Stellenanzeigen nicht die optimale Lösung sind.

Wie wir beide wissen, erreichen die Jobbörsen nicht alle Kandidaten, sondern nur einen Bruchteil oder genauer gesagt nur die aktiven Jobsucher. Die, die gerade auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind. Uns ist das sehr schnell bewusst geworden, dass genau hier die Probleme liegen: wie erreichen wir die passiven Kandidaten? Die, die nur sehr kurz dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und ermöglichen mit Hilfe unseres Tools einen schnellen Austausch zwischen Unternehmen und Bewerber.

Klicks, auf deren Basis die klassischen Stellenanzeigen bemessen werden, sind keine Lösung, wenn wir keine passenden Kandidaten vermitteln können. Im Laufe der Jahre haben wir verschiedene Ideen ausprobiert und sind verschieden Wege gegangen, die uns zu unseren heutigen e-Recruiting Tool gebracht haben. Diese Situation hat die größte Säule unseres Geschäfts geprägt und tut das auch bis heute noch.

Was bedeutet Reverse Active Sourcing via Jobilla?

Welche Schwerpunkte setzt Ihr mit Eurem Angebot und was bedeutet Reverse Active Sourcing für Euch?

Wir haben uns auf ein einzigartiges Konzept konzentriert. Und wir wollen unseren Kunden Wissen vermitteln, und zwar wie man erfolgreich in kurzer Zeit aber auch kosteneffizient passende Kandidaten bekommt und diese auch von sich überzeugt. Wir alle, vermute ich, haben schon einmal Kontakt mit dem Begriff Industrie 4.0 (die vierte industrielle Revolution) gehabt oder es irgendwo gehört.

Die Digitalisierung hat alle Teile unseres Lebens beeinflusst. Viele Dokumentarfilme oder Zeitungen berichten regelmäßig davon, wie automatisierte Produktionsprozesse die Effizienz und auch den Mehrwert von Unternehmen, sowie deren Produkt am Ende des Tages positiv beeinflussen. Doch die Veränderungen sind tiefgreifender spürbar, nicht nur im Herstellungsbereich, sondern in jedem Aspekt unseres Lebens.

Dies hat auch Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in 2015 erkannt und das Projekt “Arbeit 4.0” ins Leben gerufen. Dabei wurde der erste Anstoß zur Mitgestaltung der Arbeitswelt von morgen gegeben. Impliziert wurden dabei solche Begriffe wie Employer Branding.

Lösungsansatz im Bereich Recruiting 4.0

Wir platzieren uns mit unserem Lösungsansatz im Bereich Recruiting 4.0, also im Kandidaten orientierten Bewerbungsprozess. Der War for Talents entfaltet sich in Deutschland gerade ziemlich schnell und wird an Kraft noch zunehmen.

Wir alle kennen die Probleme von offenen Stellen, die kaum zu besetzen sind, weil die Kandidaten fehlen. Die Zeiten von gestapelten Bewerbungen auf dem Schreibtisch sind vorbei. Der einzige Ausweg liegt darin, dass der Personalmanager sich selbst auf die Reise begibt und Kontakt zu den Kandidaten aufnimmt. Wir kennen alle den klassischen Weg vom Active Sourcing wie auf sozialen Netzwerken (z.B. LinkedIn oder XING).

Dort wird versucht mit persönlichen Nachrichten die passenden Kandidaten anzuwerben. Die Recruiter schreiben allen, was ziemlich zeitaufwendig und kostspielig ist. Sie versuchen aus dem riesigen Topf die richtigen Personen zu finden.

OK und Ihr dreht diesen Prozess jetzt um?

Stimmt. Stell dir vor aus dem großen Ozean genau den einen Fisch herauszufinden, der die Anforderungen erfüllt. Ein Treffer in kurzer Zeit können wir nur als Glück beschreiben. Stell dir jetzt vor, dass jemand den Ozean zu einem Teich verkleinert, statistisch gesehen sind deine Chancen genau diesen passenden Fisch aus dem Wasser zu holen schon viel wahrscheinlicher. Wenn jetzt noch die Fische nach Art und Größe vorsortiert werden, dann ist das schon keine schwierige Aufgabe mehr. Wir bei Jobilla ändern dank unseres Lösungsansatzes den Ozean in einen kleinen Teich um. Das erhöht erheblich die Chancen den besten Kandidaten zu finden und genau das bedeutet für uns “Reverse Active Sourcing”.

Deutschland braucht keine weitere Recruiting-Plattform

Braucht es in Deutschland überhaupt noch zusätzliche Recruiting-Plattformen? Warum eine weitere?

Die Antwort ist klar: nein. Deswegen sind wir auch keine Recruiting-Plattform.

… sondern?

Was die Welt wirklich benötigt, ist ein Prozess, der das Recruiting wieder human macht und sich an den Kandidaten orientiert. Damit das Gefühl abnimmt, mit einer Maschine zu kommunizieren. Damit die Ungewissheit abnimmt, die dadurch kommt, dass nach der Bewerbung keine Antwort kommt.

Wobei dies ja eher der Fall ist, wenn Menschen mit manuellen Prozessen aktiv sind.

Und vor allem braucht es ein Prozess, der schon vorab alle wichtigen Informationen liefert, um die Offenheit zu demonstrieren. Wir fordern den respektvollen Umgang mit allen. Und um das im Recruiting Prozess zu ermöglichen, haben wir unsere Software entwickelt. Sie ermöglicht den Informationsaustausch zwischen Kandidaten und Unternehmen in Realtime.

Quasi wie früher beim Telefonieren.

Der größte Teil der Kandidaten im herkömmlichen Bewerbungsprozess hat auch nach über 45 Tagen gar keine Antwort auf die Bewerbung bekommen. Wenn überhaupt eine Antwort kam. Dieser Zustand vermittelt Kandidaten ein sehr negatives Gefühl und schreckt sie und deren Freundeskreis ab, sich nochmals zu bewerben. Also zusammenfassend ist zu sagen, dass das was Deutschland und die ganze Welt wirklich braucht, ist, dass der Recruiting Prozess wieder menschenfreundlich wird und nicht mehr nur firmenfreundlich ist.

Also das, was wir gemeinhin unter einer positiven Candidate Experience verstehen. 

Kostenlose Recruiting-Software als Grundrecht?

In Eurem Menü „Preisgestaltung“ gebt Ihr an, dass die Recruiting-Software komplett kostenlos ist und nennt sie ein „Grundrecht für jedes Unternehmen“. Wie verdient Ihr dann Geld?

Wir benennen uns selbst als ein “SaAS”- Unternehmen (Software and A-Service), statt “saas” (Software as a Service).

Also ja, das stimmt – unsere Software stellen wir jeden unserer Kunden kostenlos zur Verfügung. Es ist auch wichtig für uns. Und wie gesagt jeder hat Anspruch darauf.

Das was wir unseren Kunden jedoch anbieten, geht viel weiter als nur der Zugang zu unserer Software. Wir bieten komplette Pakete aus verschiedenen Tools an. Mit inbegriffen ist auch der Zugang zu unserem Knowhow in Form von persönlicher Betreuung durch unsere hochqualifizierten Mitarbeiter. Wir legen sehr großen Wert auf die Qualität unserer Serviceleistung, die sich aber über mehrere Felder erstreckt.

Zu wenig kreative Stellenanzeigen

Ihr stellt die Stellenanzeigen der Unternehmen als generell „langweilig“ dar. Wie sorgt Ihr für kreative Stellenausschreibungen?

Ich würde die Stellenanzeigen nicht als langweilig bezeichnen. Und doch, alle sind gleich aufgebaut und alle beschreiben den “Traumkandidaten”. Und dann kommt das Warten auf die sich Bewerbenden. Deswegen ist es heutzutage nicht selten, dass sich die Laufzeit von den Stellenausschreibungen von Jahr zu Jahr in die Länge zieht.

Die Stellenausschreibungen kreativ zu gestalten, bedeutet meines Erachtens heutzutage nicht mehr nur die Farben oder das Bildmaterial zu wählen, sondern auch neue Wege auszuprobieren. Auch wir als Jobilla haben keine goldene Einheitslösung, die immer und für jedes Unternehmen und bei jeder Stelle immer die Top Kandidaten anspricht, das gibt es einfach nicht.

Unser Team geht jeden Auftrag einzeln zusammen mit dem auftraggebenden Unternehmen durch. Im Laufe dieses Prozesses nehmen wir nicht nur die Wünsche auf, sondern geben auch aufgrund unserer Erfahrung und Know-how Tipps für die Optimierung. Solche Gespräche finden mehrmals während der Kampagnenlaufzeit statt und doch werden die Kampagnen auch von unserer Seite her mindestens einmal am Tag kontrolliert und eventuell optimiert.

Die weiteren Planungen von Jobilla

Was plant Ihr als nächstes? Wie entwickelt Ihr Eure Services weiter?

Wir lernen aktiv mit jeder Kampagne, die wir für unsere Kunden durchführen. Der Bewerbermarkt ändert sich ständig, wie uns zum Beispiel auch die Pandemie gezeigt hat. Jedes Unternehmen und auch der gesuchte Kandidat sind einzigartig und mit einem Massenprodukt oder einer standardisierten Lösung könnten wir die hohen Zufriedenheitswerte mit unseren Leistungen nicht erreichen.

Was ich damit sagen will, ist das wir uns ständig weiterentwickeln. Es ist ein fließender Prozess, der uns prägt und das entspricht auch unserer Vorstellung von Weiterentwicklung.

Das größte finnische Businessmagazin, Kauppalehti, listet alle wachsenden Unternehmen auf. Wir wurden gerade ausgezeichnet mit dem Zertifikat “Kauppalehti – Growth Company 2021”. Das bedeutet wir sind unter den Top 2% der Unternehmen, bezogen auf ihre Wachstumsrate in den letzten drei Jahren in Finnland. Das heißt wir werden einfach weiterhin lernen und jeden Tag unser Bestes geben.

Vielen Dank für Deine Antworten, Pekka. Ich bin gespannt, wie sich Euer Startup Jobilla in Deutschland etabliert. 

Über den Interviewten

Pekka Nebelung von Jobilla

 

Pekka Nebelung hat bei Jobilla Deutschland angefangen mit einem Flugticket und einem Laptop. In nur 24 Monaten hat er Jobilla Deutschland zu einem Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern aufgebaut. Sein beruflicher Hintergrund ist Business Development, Kunst und Vertrieb.

Nebelung arbeitet derzeit als Geschäftsführer der Jobilla DACH GmbH und ist zuständig für den internationalem Wachstum des Konzerns.

> Zur Website von Jobilla

 

 

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Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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