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EntwicklerHeld Startup im Interview

EntwicklerHeld – Coding Skills verbessern und Jobs angeboten bekommen

Das Startup EntwicklerHeld will einerseits die Coding-Skills von Developern durch sogenannte Coding-Challenges verbessern und ist damit Lern-Plattform. Gleichzeitig bieten das Unternehmen Jobs in der Softwareentwicklung an, was eher an eine Recruiting-Plattform erinnert. Was es mit diesem vermeintlichen Spagat auf sich hat, verrät uns CEO Felix Hanspach.

Was das Startup EntwicklerHeld anbietet

Hallo Felix, magst Du euer Startup EntwicklerHeld bitte kurz vorstellen?

EntwicklerHeld wurde 2018 gegründet als Coding-Plattform für EntwicklerInnen und IT-Unternehmen. EntwicklerInnen können über unsere Plattform Coding-Aufgaben, sogenannte Challenges lösen und dabei regionale Unternehmen kennenlernen. Dafür bekommen sie Erfahrungspunkte, steigen Level auf und erhalten virtuelle Coins, die gegen echte Gutscheine eingetauscht werden können.

Unternehmen finden auf EntwicklerHeld EntwicklerInnen, die sie über die Plattform kontaktieren und ihnen beispielsweise Jobangebote übermitteln können. Die EntwicklerInnen bleiben dabei komplett anonym. Die Firmen sehen nur die Lösung der Coding-Challenge und die Region.

Das Ziel von EntwicklerHeld

Welches Ziel verfolgt Ihr mit Eurem Service und wie verdient Ihr Euer Geld?

IT-Fachkräfte werden händeringend gesucht. Trotzdem handhaben die meisten Unternehmen das Recruiting noch sehr traditionell. Wer EntwicklerInnen sucht, muss unkonventionelle Wege gehen. Während die einen darauf zählen, dass sich die eierlegende Wollmilchsau auf ihre Stellenausschreibung bewirbt, lassen die anderen teure Headhunter ran, die EntwicklerInnen auf LinkedIn mit Copy&Paste-Nachrichten überfluten. So sind diese eher vom Unternehmen genervt.

Wir glauben, es gibt für jedes Unternehmen die passenden EntwicklerInnen!

Unsere Einnahmen generieren wir über Unternehmen, die unsere Plattform für Employer-Branding und als Recruiting-Kanal nutzen. Unternehmen machen über interaktive Stellenanzeigen auf sich aufmerksam, über ein eigenes Profil zeigen sie mit welchen Technologien sie arbeiten oder sponsern sogar eigene Challenges.

NutzerInnen bekommen vor einer Coding-Challenge die Unternehmen angezeigt und entscheiden nach dem Lösen der Challenge über ihr Interesse an einer Stelle dort. Ist das passiert, können die Arbeitgeber das jeweilige Profil einsehen und direkt Kontakt aufnehmen.

SoftwareentwicklerInnen und Challenges

Gerade bei der Ansprache von SoftwareentwicklerInnen setzt HR oftmals Gamification-Elemente ein sowie auch Coding-Rätsel, Herausforderungen oder englische Challenges. Warum eignet sich gerade diese Zielgruppe für derartige Methoden der Personalgewinnung?

Das hat mehrere Gründe. Man muss wissen, dass ca. 95% aller SoftwareentwicklerInnen bereits im Job sind und somit in den meisten Fällen nicht aktiv auf der Suche sind. Jedoch sind trotzdem immerhin 70% von ihnen wechselwillig, wenn sie das richtige Angebot bekommen.

70% der #Softwareentwickler:innen sind wechselwillig, wenn sie das richtige Angebot bekommen. Klick um zu Tweeten

Bei EntwicklerHeld machen wir uns für die Ansprache einen weiteren Fakt zunutze: 80% aller Softwareentwickler machen in ihrer Freizeit gern das, was sie im Job machen: Programmieren.

Wir verbinden also Coding-Challenges mit Gamification-Elementen und erreichen so Entwickler in ihrer Freizeit. Die Lösungen der Coding-Challenges können dann bei Interesse an ausgewählte Unternehmen weitergegeben werden.

Gaming-affine Developer wollen Lernen und Üben

Viele EntwicklerInnen sind zudem gaming-affin. Um sie also in ihrer Lebenswelt abzuholen, liegt Gamification nahe. Zum anderen ist es dem schnellen technologischen Wandel geschuldet. Technologien verändern sich, darum gehört ständiges Lernen zum Beruf dazu.

Viele haben sich das Programmieren selbst beigebracht. Lernen in Eigeninitiative ist also ein fester Bestandteil der Community. Und die beste Möglichkeit, um besser zu werden, ist Üben, Üben, Üben. Dafür sind solche Coding-Challenges perfekt.

Auf Entwicklerseite bieten sie damit großen Mehrwert: Der Lerneffekt und das Erfolgserlebnis beim Lösen der Challenge. Für Arbeitgeber, auf der anderen Seite, bietet der Lösungsweg so einer Challenge Einblicke in die Programmierfähigkeiten der EntwicklerInnen.

Prämien für das Lösen von Challenges auf EntwicklerHeld

Eure Sponsoren loben auf Eurer Plattform sogenannte Coins aus, die in Eurem Shop gegen kleinere Prämien eingetauscht werden können. Sparen sich die Unternehmen hier am Ende eine angemessene Bezahlung und profitieren im sprichwörtlichen Sinne für einen Apfel und ein Ei von aufwändig und professionell erstelltem Programm-Code?

Da muss ich etwas ausholen. Ganz wichtig ist: die Coins loben wir als EntwicklerHeld aus und nicht die Unternehmen. Die Coins erhalten NutzerInnen als Belohnung für eine gelöste Coding Challenge. Egal, ob die gesponsert ist oder nicht. Es gibt regelmäßig neue Challenges auf EntwicklerHeld und einige davon kommen von uns direkt. Viele Challenges sind ziemlich harte Nüsse und brauchen Zeit. Die Coins sind also einfach da, um das Durchhaltevermögen zu belohnen, als kleine Motivationshilfe. Davon können sich NutzerInnen Gutscheine oder EntwicklerHeld-Merch gönnen. Das ist aber losgelöst von den Unternehmen.

Gesponserte Challenges statt Stellenausschreibungen

Gesponserte Challenges ermöglichen Unternehmen eine größere und breitere Reichweite als Stellenausschreibungen. In der Regel erarbeiten wir diese zusammen mit dem Unternehmen. Das sind zwar Aufgaben, die nah am Arbeitsfeld sind. Es sind aber keine Lösungen für ein Softwareproblem, welches das Unternehmen gerade bearbeitet.

Die Problemstellungen hängen davon ab, welche Fähigkeiten die Unternehmen testen wollen. Arbeitgeber können die Lösung als Arbeitsprobe inklusive Verlauf einsehen. Es werden aber keine Rechte am Quellcode weitergegeben.

Wir sind selbst Entwickler und die Grundidee war immer, eine Plattform zu schaffen, um spielerisch die eigenen Programmierskills zu verbessern und mit genau diesen Arbeitgeber zu überzeugen.

Generell überlassen wir unseren Usern auch die Wahl. Sie können eine Challenge auch lösen ohne Daten an Unternehmen weiterzugeben.

Programmierskills automatisiert testen

Wer begutachtet den aufgrund der Challenges erstellen Code und nimmt diesen ab?

Unsere Coding-Challenges bestehen neben der Text-Aufgabenstellung aus vollautomatischen Tests. Diese überprüfen, ob der geschriebene Code fachlich korrekt ist. Das bedeutet, dass jede vollständig gelöste Challenge auch das vorgegebene Problem löst, andernfalls kann der Nutzer diese nicht abgeben. Die Ergebnisse geben wir an die EntwicklerInnen weiter.

Auf der anderen Seite schauen sich viele Unternehmen den Code ihrer KandidatInnen an und geben häufig Feedback an diese weiter. Die Personalverantwortlichen nutzen diesen Weg, um mit den EntwicklerInnen ins Gespräch zu kommen.

Ranglisten statt Zertifikate – Gamification pur

Gibt es eine Art Zertifikat für das auf EntwicklerHeld gelernte Wissen?

Ein offizielles Zertifikat gibt es noch nicht. Aber ist vielleicht eine Überlegung wert *lacht*. Aktuell finden sich Erfahrungspunkte nur auf unserer Plattform. Es gibt Ranglisten, über die man sich mit EntwicklerHeldInnen messen kann. Das eigene Profil gibt die Möglichkeit, sich einen EntwicklerHeld-Lebenslauf zu generieren, der verbindet die Erfahrungen aus Coding-Challenges mit den freiwillig eingetragenen Erfahrungen in Ausbildung und Berufsleben.

Die Sache mit gegenderten Unternehmensnamen

Eine vielleicht etwas provokante Frage in Zeiten einer gestiegenen Sensibilität, was gendergerechte Sprache angeht: Habt Ihr Euch bei der Namensfindung auch über Heldinnen Gedanken gemacht?

Tatsächlich haben wir uns damals bei der Namensfindung zu wenig Gedanken über diesen Punkt gemacht. Nichtsdestotrotz ist das ein zentrales Thema für uns. Die Idee hinter EntwicklerHeld ist ja gerade, über das eigene Können, frei von Vorurteilen, mit Unternehmen in Kontakt zu kommen.

Darum werden EntwicklerInnen für Firmen auch anonymisiert, ohne Angabe von Geschlechtern, Namen oder Bildern angezeigt. Das heißt, Firmen können nur Region und Coding-Skills einsehen. Uns ist bewusst, dass unser Name dazu verleiten kann, davon auszugehen, dass sich eher Männer hinter den Profilen verbergen. Wir sind aber stetig dabei, das in der Kommunikation mitzudenken.

Wir setzen uns auch außerhalb der Plattform aktiv für mehr Diversität in unserer Branche ein, indem wir beispielsweise regelmäßig Workshops wie Django Girls in unseren Heimatstädten veranstalten, unterstützen und sponsern. Bei diesen Workshops erhalten unterrepräsentierte Gruppen einen Einstieg in die professionelle Softwareentwicklung von erfahrenen Coaches.

Recruiting mittels Coding-Arbeitsprobe als Assessment Center

Welche konkreten Möglichkeiten bestehen für HR, um Eure Plattform als Medium für eine Arbeitsprobe bezogen auf spezifische Herausforderungen im Unternehmen einzusetzen?

Die allermeisten Kandidaten, die sich bei Firmen über unsere Plattform bewerben, haben eine oder mehrere Coding-Challenges gelöst. Diese können von der HR und der Fachabteilung eingesehen werden. Zusätzlich kann auch der Lösungsweg eingesehen werden, um zu bewerten wie die Entwickler*in vorgegangen ist. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass die HR eine grundsätzliche Einschätzung zur Qualität der Lösung braucht, um unabhängig zu entscheiden, ob der Kandidat kontaktiert werden soll. Daher bieten wir ihnen auch einen Score an, der die Lösungen auf Lesbarkeit, Wartbarkeit und Komplexität bewertet. Das reicht in den meisten Fällen für eine erste Entscheidung aus.

Über eine Chatfunktion können weitere Informationen ausgetauscht werden. So können sich alle besser kennenlernen und abschätzen, wie gut sie zusammenpassen. EntwicklerHeld lässt sich so als eine Art Assessment-Center nutzen.

Wie nah die Arbeitsprobe an den Fähigkeiten ist, die ein Unternehmen sucht, hängt natürlich von der Coding-Challenge ab. Wenn Unternehmen eine gesponserte Challenge buchen, versuchen wir, die Challenge so nah wie möglich am Unternehmensalltag zu konzipieren. Haben Firmen keine eigene Challenge gebucht, ist die Arbeitsprobe eher ein allgemeiner Nachweis.

Die weiteren Planungen von EntwicklerHeld

Was plant Ihr als nächstes? Wie entwickelt Ihr Eure Services weiter?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Plattform sowohl für Unternehmen als auch für EntwicklerInnen weiter zu verbessern und beiden ein gutes Erlebnis zu bieten. Im letzten großen Update haben wir den Firmenbereich überarbeitet.

Momentan treibt uns der Gedanke um, der HR Feedback von Software-EntwicklerInnen zu deren Stellenanzeigen zu geben.

Oha, das wäre ein Spaß für HR! Nicht. *lacht*

Auf Entwicklerseite arbeiten wir an der Anbindung neuer Technologien, vielen Verbesserungen der Benutzbarkeit und sind in der Planung eines größeren Features, welches das Dran-Bleiben” noch stärker belohnt. Da möchte ich jetzt aber noch nicht zu viel verraten…

Alles klar. Dann vielen Dank für Deine Antworten, Felix. Ich bin gespannt, wie sich Euer Startup EntwicklerHeld weiterentwickelt. 

Über den Interviewten

Felix Hanspach - Mitgründer von EntwicklerHeld

 

Felix Hanspach ist CEO und einer der fünf Gründer von EntwicklerHeld. Er hat Informatik an der TU Dresden studiert und schon während des Studiums als IT-Dienstleister gearbeitet und Softwareprojekte für kleine und mittelständige Unternehmen konzipiert und umgesetzt.

Durch ein EXIST-Gründerstipendium konnte die Idee von EntwicklerHeld umgesetzt werden. 2017 startete die Plattform in der Testversion. Ende 2018 wurde die EntwicklerHeld GmbH gegründet und die Plattform veröffentlicht.

>> Zur Webseite von EntwicklerHeld

 

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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