Titelbild: Bürohund im Employer Branding

Bürohund im Employer Branding: Eine ganzheitliche Betrachtung

Immer mehr Unternehmen erlauben Hunde und andere Haustiere am Arbeitsplatz. Der sogenannte Bürohund liegt dabei in der Gunst weit vorne. Eine eigene Lobbyorganisation, der Bundesverband Bürohund e.V. engagiert sich mit dem Ziel, die Anzahl der Arbeitgeber zu erhöhen, die eine Mitnahme des eigenen Hunds ins Büro erlauben. Pünktlich zum internationalen Bürohundtag am 26.06.2020 wird es Zeit für eine konstruktiv kritische und vor allem ganzheitliche Betrachtung.

Häufig nur einseitige Berichterstattung zum Bürohund

Was mir bei meinen Recherchen im Netz auffällt: Es gibt vor allem sehr viele einseitig gefärbte Artikel, selbst auf größeren Plattformen. Entweder werden lediglich die positiven Seiten eines Bürohunds beworben. Oder die Autoren positionieren sich auf der Gegenseite und warten mit Argumenten auf, wieso Haustiere am Arbeitsplatz nichts zu suchen haben.

In meinem Beitrag möchte ich bewusst beide Seiten ausgewogen und fair beleuchten. Vorab: Ich bin selbst Hundebesitzer und kann daher auch aus eigener Erfahrung und persönlichem Erleben argumentieren – und kenne natürlich beide Seiten.

Corona-Zeit ist Welpenzeit

Vielleicht ist es auch eine Form sehr selektiver Wahrnehmung. Aber in den letzten Wochen gab es in meinem Netzwerk aus Freunden und Bekannten einen Zuwachs von über einem Dutzend Hundewelpen. Die Corona-Quarantäne mit einem hohen Anteil an Homeoffice hat bei vielen Familien zum Kauf eines Hundewelpen geführt. Denn diese Phase bot sich besonders zur Eingewöhnung des neuen vierbeinigen Familienmitglieds an, da alle zuhause waren.

Allerdings kann ich nur hoffen, dass die Familien in gleichem Maße an die Betreuung in der Zeit nach Corona gedacht haben. Denn wenn es in vielen Fällen nun zurück an den Arbeitsplatz geht, stellt sich sogleich die Frage „Wohin mit dem Hund während der Bürozeiten?“.

Und schon steht das Titelthema Bürohund auf der Agenda.

Status Bürohunde in Deutschland

Aktuell läuft die Befragung zum Bürohunde-Index 2020. Daher an dieser Stelle nur die Ergebnisse der 2019er Befragung des Bundesverband Bürohund e.V. Hier ein paar Keyfacts der Studie:

Demnach erleben über 90% der Mitarbeitenden Bürohunde als eine Verbesserung des Arbeitsklimas und Stütze einer positiveren Work-Life-Balance. Laut dieser Studie würden sich sogar 85% der Beschäftigten in Unternehmen ohne Bürohunde über einen wohlerzogenen Hund in ihrem Arbeitsumfeld freuen. Fast die Hälfte (49%) würde dafür sogar auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn sie stattdessen ihren Hund mit an den Arbeitsplatz nehmen dürften.

Infografik: Befragung Gehaltserhöhung vs. Mitnahme Bürohund

Auch sollen bereits 20% der Arbeitgeber mit der Möglichkeit, einen Hund mit ins Büro zu nehmen, in Stellenanzeigen werben.

Das Arbeitgeberbewertungsportal kununu (selbst ein sehr hundefreundlicher Arbeitgeber) hat die Auswirkungen eines Bürohunds auf das Employer Branding recht früh erkannt und bietet nicht nur eine entsprechende Filterfunktion bei den gesuchten Benefits. Kununu kürt darüber hinaus die hundefreundlichsten Arbeitgeber in speziellen Rankings für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Infografik: Befragung Bürohund-Index 2019 gesuchte Benefits

Das Thema Bürohund erfreut sich somit einer stetig wachsenden Aufmerksamkeit.

Der Bürohund als positiver Faktor im Employer Branding

Die positive Auswirkung auf das Employer Branding ist häufig eines der Herzstücke der Argumentation pro Bürohund. Denn das Zulassen von Haustieren, insbesondere Hunden, wird zumeist gleichgesetzt mit einer positiven, offenen und auch herzlichen Arbeitsatmosphäre. Insofern mag man oberflächlich betrachtet zu dem Schluss kommen, ein Bürohund wäre per se ein stets positiver Faktor im Employer Branding.

Dem liegt jedoch ein falsches Bild von Employer Branding zugrunde. Denn eine Arbeitgebermarke (Employer Brand) ist nur dann eine wirkliche Marke, wenn sie -neben vielen anderen Punkten- eine Unterscheidbarkeit bietet. Dabei soll die Arbeitgebermarke Orientierung bieten bei der Frage, ob ein potentieller Arbeitgeber für den Jobsuchenden (m/w/d) der passende ist.

Insofern ist die Zulässigkeit eines Bürohunds in erster Linie ein Unterscheidungsmerkmal. Menschen, denen es wichtig ist, dass sie ihren geliebten Vierbeiner mit an den Arbeitsplatz nehmen können, werden das zu schätzen wissen und sich bevorzugt bewerben.

Der Bürohund als Kriterium der Negativ-Selektion

Umgekehrt gibt es ebenso eine Vielzahl von Menschen, die genau aus diesem Grund von einer Bewerbung Abstand nehmen würden. Sie möchten gerade keine Tiere am Arbeitsplatz. Sei es aus gesundheitlichen Gründen (zum Beispiel Allergie), aus hygienischen beziehungsweise ästhetischen Gründen (Tierhaare), aus Angst vor Hunden oder einfach nur, weil sie den Arbeitsplatz nicht als Ort betrachten, an den Hunde gehören.

In diesem Zusammenhang muss ich übrigens stets an eine Szene aus der Comedy-Serie Stromberg (Staffel 3, Folge 6) denken, in der Bernd Stromberg als Chef sich über einen mitgebrachten Hund aufregt: „Nen Hund im Büroooo??! –HALLOOOO?!“

Hundebesitzer können es oftmals überhaupt nicht verstehen, dass es auch erwachsene Menschen gibt, die vor ihrem Schmuse-Liebling reale Angst haben. Ich kenne eine Reihe von Personen, vor denen wir sogar unseren kleinen Schmuse-Welpen (linkes Foto) wegsperren müssen, weil sie sonst das Haus nicht betreten. Da hilft es auch wenig, den Hobbypsychologen spielen zu wollen, um den Personen diese Angst zu nehmen. Vielmehr halte ich in erster Linie Verständnis für angebracht. Selbiges wollen wir Hundebesitzer ja umgekehrt auch.

Der Bürohund wirkt somit in erster Linie für Arbeitgeber differenzierend. Er ist EIN Kriterium, anhand dessen Bewerber ihre Passung (Positivselektion) oder eben Nichtpassung (Negativselektion) festmachen.

Wenn, dann konsequent auf Bürohunde ausrichten

Wenn Sie sich als Arbeitgeber dazu entschließen, Bürohunde zuzulassen, dann sollten Sie das Thema konsequent zu Ende denken und ganzheitlich angehen.

Folgende Fragestellungen dienen Ihnen möglicherweise als Gedankenimpuls:

  • Gibt es rechtliche Verbote, die gegen einen Hund im Betrieb sprechen?
    Das können beispielsweise besondere Hygienevorschriften sein, die für medizinische oder auch lebensmittelverarbeitende Betriebe gelten. Oder auch entsprechende Klauseln in einem Miet-/Pachtvertrag.
  • Sind die Räumlichkeiten generell geeignet, um darin Hunde zuzulassen?
    Das beginnt mit der Frage der Bodenbeläge, geht weiter über herunterhängende Kabel oder sonstige vom Boden aus zugängliche IT-Ausstattung und endet bei wertvollen oder besonders zerbrechlichen Ausstellungsstücken.
  • Wie nehmen Kunden oder Lieferanten einen Bürohund wahr?
  • Gibt es möglicherweise Personen, die sich im Unternehmen explizit um das Wohl der Hunde kümmern (Feelgood-Manager oder ähnlich)?

Machen Sie sich bereits Gedanken zum Umgang mit weiteren Wünschen Ihrer Beschäftigten mit Blick auf andere Haustiere wie beispielsweise Katzen. Aus Sicht der Besitzer sind diese sogar noch deutlich weniger betreuungsbedürftig als Hunde. Wie sieht Ihre Argumentation in dieser Hinsicht aus? Wo endet Ihre Tierliebe: Beim Goldfisch, dem Hamster, der Ratte oder bei einer Schlange oder Spinne am Arbeitsplatz?

Klare Regelungen für die Mitnahme von Bürohunden nötig

So oder so sollten Sie klare Regelungen für eine Mitnahme von Bürohunden treffen. Das gilt vor allem mit Blick auf

  • Anzahl und Arten von Bürohunden
  • Arbeitszeitregelungen (Betreuungszeiten während der Arbeitszeit)
  • Rahmenbedingungen für mitgebrachtes Zubehör (Quietschetiere, Umgang mit Futter in Kühlschränken)
  • Anforderungen an die Sauberkeit, Gesundheitszustand und Erziehung von mitgebrachten Hunden
  • Orte, an die sich die Bürohunde ungestört zurückziehen können
  • Ein Rücksichtnahmegebot gegenüber Nicht-Hundebesitzern

Diese Regelungen sollten selbstverständlich von allen (!) Betroffenen anerkannt und akzeptiert werden.

An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass Sie als Arbeitgeber bestimmen können, ob und in welchem Rahmen Sie Bürohunde erlauben. Ohne eine solche Erlaubnis mitgebrachte Tiere können arbeitsrechtliche Konsequenzen für Beschäftigte haben. Dies nur am Rande erwähnt.

Welche positiven Auswirkungen haben Bürohunde auf Arbeitsklima und Mitarbeiter?

Suchen Sie noch nach Argumenten, die für einen Vierbeiner im Büro sprechen?
Die Befürworter listen auf ihren Webseiten eine Reihe davon auf.
Nehmen wir diese einmal kritisch unter die Lupe:

Hunde verbessern das Arbeitsklima

Die Aussage, dass für 90% der Beschäftigten ein Bürohund das Arbeitsklima verbessert, bezieht sich auf eine Aussage des Lobbyistenverbands. Sie muss daher aus meiner Sicht mehrfach kritisch hinterfragt werden. Auch stellt sich die Frage, was genau darunter zu verstehen ist. Häufig doppelt sich diese Aussage auch mit der nächsten, die in ihrer Definition deutlich prägnanter ist.

Hunde senken den Stresslevel und schützen gegen Burnout

Dieser Effekt wurde Anfang des Jahrhunderts durch einen Wissenschaftler an der Virginia Commonwealth University in den USA herausgefunden So soll bei regelmäßigem Streicheln eines Hundes das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet und das Stresshormon Cortisol abgebaut werden.

Allerdings widersprechen aktuelle Studien dieser einseitig positiven Wirkung. So titelte die ZEIT am 09.06.2020 „Die entzauberte Droge“ und widerlegt die Wunderwirkung von Oxytocin. Das sogenannte „Vertrauenshormon“ wirke stattdessen in beide Richtungen: Es verstärke einerseits die Bindung zu Vertrauten, mache andererseits aber auch aggressive gegenüber Fremden.

Abseits von wissenschaftlichen Fakten aus eigener Erfahrung

Lassen wir aber mal die eben beschriebenen wissenschaftlichen Spitzfindigkeiten beiseite: Selbstverständlich hat das Streicheln eines Lebewesens einen positiven Einfluss auf das eigene Wohlbefinden. Zumal es Ruhe ausstrahlt. Selbst Nicht-Hundebesitzer wissen das. Unser kleiner Vierbeiner begleitet mich entweder im Homeoffice durch den Tag und sorgt für eine Mittagspause mit deutlich mehr Bewegung. Oder er begeistert im Knirpslicht Foto-Atelier meiner Frau die zum Shooting mitkommenden größeren Geschwisterkinder und Eltern. Besonderes Highlight ist dabei sein Versuch, ein 2D-Hund zu werden (siehe Bild oben), indem er sich flach auf den Boden legt, kurz bevor er zum Spielen antrabt. Ansonsten erkundet er tapsig seine Welt, in der ausgiebiges Bauchkraulen zu seinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen gehört.

Trotzdem zu viel Romantikfaktor in der Diskussion

Auch wenn ich selbst so einige Geschichten über unseren kleinen Liebling erzählen könnte. Das Thema Bürohund wird in meinen Augen häufig trotzdem mit zu viel Romantikfaktor dargestellt. Eine nüchterne Diskussion fällt da oft schwer.

Das liegt auch daran, dass wir schon viele Fotos wie das folgende gesehen haben:

Bild: Bürohund auf dem Schoß am Arbeitsplatz

Hundebilder, insbesondere Welpenfotos emotionalisieren stark. Und freudestrahlende Menschen, die mit ihren Vierbeinern auf dem Schoß glücklich in die Kamera lächeln sind toll anzusehen. Auch wenn sie dabei … nunja, … arbeiten.

Doch mal Hand auf´s Herz! Diese extrem romantisierte Darstellung trifft doch die Wahrheit nicht zu 100%.

Wenn ich gefragt werde, wie sich die Nähe meiner (menschlichen) Kinder auf mein Wohlbefinden auswirkt, dann äußere ich mich ebenfalls erst einmal positiv. So ist beispielsweise einer der Vorteile des Homeoffice, dass ich während Videokonferenzen oder Zwischendurch schon mal mit den Kleinen kuscheln kann.

Beim zweiten Nachdenken und vor allem wenn ich wirklich ehrlich bin, dann fallen mir im gleichen Atemzug jedoch ebenso viele komplett konträre Situationen ein. Solche, in denen eine Balance zwischen Arbeit und Bedürfnissen der Kinder (die sich bei Vierjährigen übrigens oft von Minute zu Minute ändern) überhaupt nicht möglich war. Die Realität verursacht in dieser Hinsicht häufig genauso viel Stress, wie sie auf der anderen Seite Glück produziert.

Und auch mein – oder besser: unser – Hund hat nicht wirklich in jeder Situation nur zu einem Senken des Stresslevels geführt, glauben Sie mir.

Hunde stärken das Gemeinschaftsgefühl

Rund 40% der Befragten schätzen den Spaß und die Dynamik, die Bürohunde in den Arbeitsalltag bringen. Diese Effekte verbinden die Mitarbeiter untereinander stärker. So soll das auch im Amazon-Hauptquartier in Seattle sein, wo angeblich mehr als 6.000 Bürohunde (!) ihre Besitzer zur Arbeit begleiten.

Der positive Effekt auf die Gemeinschaft am Arbeitsplatz ist zwar in erster Linie ein subjektiver, dafür aber ein durchaus nachvollziehbarer. Wie gesagt, dabei sollten Sie trotzdem bedenken, dass Hunde als Lebewesen -wie wir Menschen- Gruppendynamiken unterliegen. Von daher gibt es eben nicht nur stärkende Effekte. So weist beispielsweise der Bundesverband Bürohund e.V. sogar explizit darauf hin, dass Hunde ähnlich eifersüchtiges Verhalten zeigen wie Kinder.

Mein persönliches Fazit zum Thema Bürohund

Wie so häufig am Ende meiner Beiträge, lesen Sie auch hier ein Plädoyer für mehr Ausgewogenheit im Umgang mit dem Thema Tiere am Arbeitsplatz. Natürlich sind Bürohunde großartig und lösen in einer Vielzahl der Fälle die oben genannten positiven Effekte aus. Allerdings ist das Konzept kein Heilmittel gegen ein generell verkorkstes Arbeitsumfeld, kann permanenten Zeit- und Ergebnisdruck nicht wirklich abfedern und auch schlechte Führung nicht heilen.

Schluss mit der pauschalen Verniedlichung des Konzepts #Bürohunde – mehr Ausgewogenheit bitte! #bürohund Klick um zu Tweeten

An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchte ich ebenfalls kurz einen Appell richten: Wälzen Sie die Betreuung Ihres Vierbeiners nicht auf den Arbeitgeber ab! Sie selbst haben sich für einen Hund entschieden und sind dafür verantwortlich, dass dieser bestmöglich und artgerecht gehalten und betreut wird.

Insofern lässt sich feststellen, dass es Arbeitgeber gibt, die durch das Konzept Bürohund enorm mit ihrer darauf ausgerichteten Arbeitgebermarke profitieren. Andere Unternehmen setzen abweichende Schwerpunkte bei Ihrer HR-Arbeit. Von daher lässt sich aus meiner Sicht auch nicht folgern, dass Arbeitgeber, die keine Tiere am Arbeitsplatz erlauben, per se „schlechtere Arbeitgeber“ sind, denen entsprechende Werte fehlen. Möglicherweise haben die Personaler dort andere bedeutende Themen mit Maßnahmen priorisiert, zum Beispiel Kinder- und Familienfreundlichkeit via Eltern-Kind-Büros, Green HRM oder auch Diversity.

Wie immer gilt: Verständnis und das gemeinsame Gespräch sind der Schlüssel zu einem positiven Miteinander.

Zum Abschluss noch ein paar

Tipps für den Einstieg ins hundefreundliche Office

Unterstützung und Beratung dazu finden Sie zudem auf der Seite des Bundesverband Bürohund e.V. oder der Stiftung VIER PFOTEN.


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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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3 Antworten

  1. Lieber Stefan,
    ich glaube, die deutschen Unternehmen sind zum grössten Teil für dieses Thema nicht bereit. Schaut man sich die Karte der hundefreundlichen Unternehmen auf der Webseite des Bundesverband Bürohund an, sind es in erster Linie die ganz kleinen Unternehmen und Büros, die meistens aufgrund eines:r hundbesitzenden Inhabers:in dies ‚anbieten‘.
    Ich bin seit einigen Monaten auf neuer Jobsuche (nach betriebsbedingter Kündigung) und komme aus leitender HR-Funktion – und – bin Hundehalterin (übrigens ein Notfellchen, dass ohne mein Zugreifen bereits als Wanderpokal abschliessend im Tierheim gelandet wäre – nur weil ich immer vom „Kauf“ eines Hundes lese …). Kommt das Thema ‚Hund‘ im Vorstellungsgespräch auf – und ich werde in 90% der Gespräche proaktiv von meinem Gegenüber (Personalbereichsleiter, Geschäftsführer, CHROs, CFOs und CEOs) darauf angesprochen – und ich äussere den (nicht zwingenden) Wunsch zu einem Bürohund, kann man zusehen, wie nonverbal die Klappe fällt.
    Mein Hündin ist erprobte, erfahrene und bestens ausgebildete Bürohündin – das zählt aber gar nicht. In einem grossen deutschen filialisierten Unternehmen für Tierbedarf, das selbstverständlich (viele) Bürohunde hat/zulässt, meinte der CHRO im zweiten Gespräch, ob ein Bürohund für eine Führungskraft aber das richtige sei ……?! Und Amazon mag im Headquarter Hunde haben – in den deutschen Standorten ist es ein absolutes no-go und die hiesigen Standortleiter finden die Frage danach auch nicht wirklich angebracht.

    Fazit meinerseits – bis Bürohunde in deutschen Unternehmen Normalität werden, dafür muss es gar nicht jedes Unternehmen sein, werden noch viele Sommer ins Land streichen. Für so viel Andersartigkeit und mutige Modernität ist (in meinen Augen) Deutschland viel zu konservativ, zu behäbig und zu unmutig.
    Aber ich werde am Ball bleiben, solange meine Maus noch lebt (sie ist eine grosse Rasse und schon 10 Jahre alt) – aber nachdem ich selbst mit 51 Jahren bereits zu alt für eine Neueinstellung bin (wie die vielen Absagen und Headhunter-Rückmeldungen zeigen), habe ich die Hoffnung auf eine Bürohunde-Dame längst aufgegeben.

    1. Liebe Vanessa,

      Deine Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen. Auch unterscheiden sich die Arbeitskulturen in Deutschland sowie im Anglo-Amerikanischen Raum deutlich. Trotzdem klingt es -aus Deiner persönlichen Sicht geschrieben- nochmal deutlich dramatischer. Aber vielleicht ergibt sich auf diesem Wege über das Netzwerk meiner Leserinnen und Leser gar eine berufliche Chance für Dich und Deine liebe Vierbeinerin.

      Ich drücke Dir jedenfalls ganz fest alle Daumen!

      Herzliche Grüße aus dem sonnigen, aber noch frischen Nürnberg

      Stefan (der auf der Terrasse in eine freie Woche startet)

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