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Wie es Arbeitnehmern im Corona-bedingten Homeoffice geht – Studie

Was können Führungskräfte tun, um die Arbeitserfahrung und Produktivität im Home Office zu verbessern?

Ergebnisse einer Befragung von 594 Arbeitnehmern zu ihren Erfahrungen im Home Office durch den HR-Dienstleister functionHR.

Generelle Zufriedenheit mit dem Homeoffice, aber auch Herausforderungen

Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist mit ihrer Arbeitssituation im Home Office insgesamt zufrieden und bescheinigt ihrem Team auch in dieser Situation eine zufriedenstellende Produktivität (88%). Auch die Erwartungen an sich selbst werden überwiegend erfüllt (88%). Trotzdem sehen die meisten Befragten noch Luft nach oben. So ist der Anteil derer, die mit der Produktivität ihres Teams (37%) bzw. mit sich selbst (38%) völlig zufrieden sind, deutlich geringer.

Der Umgang des Vorgesetzten mit der aktuellen Situation sorgt bei 86% ebenfalls grundsätzlich für Zustimmung, 42% sind hier voll und ganz zufrieden. Es zeigt sich also, dass die meisten Führungskräfte ihrer besonderen Rolle in dieser schwierigen Phase weitgehend gerecht werden. 72% der Befragten bezeichnen sich derzeit als motiviert und 74% als zielstrebig. Immerhin gut jeder Vierte (26%) macht sich jedoch Sorgen, dass andere Teammitglieder denken könnten, er würde im Home Office weniger hart arbeiten.

Infografik: Arbeitnehmer im Homeoffice kämpfen mit Schwierigkeiten
Quelle: functionHR

Trotz dieser allgemein positiven Einschätzung zeigen sich auch Problembereiche. So gibt fast jeder Dritte (29%) an, nicht die notwenige technische Ausstattung und Infrastruktur zu Verfügung gestellt bekommen zu haben. Hier zeigt sich ein gewisses Gefälle in der Unternehmensgröße. Während dies in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern nur bei 23% zutrifft, sind es in kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern 34%. 21% fällt es schwer, den eigenen Arbeitsalltag zu organisieren, 40% arbeiten länger als sie dies üblicherweise im Büro tun würden und 36% haben Schwierigkeiten am Ende des Arbeitstags abzuschalten.

Kommunikation im Team und Führungskraft entscheidend für Wohlbefinden

Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der räumlichen Trennung von Teammitgliedern arbeitsbezogene Aspekte einen starken Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden ausüben. Insbesondere eine funktionierende Kommunikation im Team und die Führungskraft sind von entscheidender Bedeutung. Funktioniert die Kommunikation im Team trotz der aktuellen Situation sehr gut, senkt das negative Gefühle wie Einsamkeit (23% vs. 39%), Nervosität (25% vs. 37%), Unsicherheit (33% vs. 42%) und Langeweile (16% vs. 29%) deutlich ab.

Gleichzeitig fühlen sich die Mitarbeiter häufiger enthusiastisch (26% vs. 20%), inspiriert (51% vs. 38%) und motiviert (82% vs. 63%). Unterstützt die Führungskraft die Umsetzung der Home Office Situation sehr gut, zeigen sich ähnlich positive Effekte: Negative Emotionen wie Einsamkeit (27% vs. 36%), Nervosität (23% vs. 39%), Unsicherheit (30% vs. 43%) und Langeweile (18% vs. 28%) sinken deutlich, während positive Emotionen wie Enthusiasmus (28% vs. 19%), Inspiration (48% vs. 40%) und Motivation (80% vs. 66%) deutlich erhöht sind.

Führungskraft, technische Unterstützung und klare Kommunikationsstrukturen entscheidend für Teamproduktivität

In einer tieferen Analyse wurde untersucht, welche Faktoren in der aktuellen Phase die Produktivität des Teams am stärksten beeinflussen. Hierzu wurde ein spezieller Algorithmus auf Basis Künstlicher Intelligenz entwickelt, der den Effekt verschiedener Einflussfaktoren voneinander isoliert und die jeweiligen Effektgrößen ermittelt. Es zeigt sich, dass die folgenden Faktoren einen signifikanten Einfluss haben:

  1. Emotionale Unterstützung des Vorgesetzten in unsicheren Zeiten
  2. Klare Regeln und Routinen für Kommunikation (z.B. Videochat)
  3. Eindeutiger Ansprechpartner bei technischen Fragen und Problemen
  4. Klar kommunizierte Arbeits- und Betriebsanweisungen durch Vorgesetzten

Folgende Punkte stechen aus dieser Analyse heraus:

  • Nicht nur für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch unter dem Aspekt der Produktivität ist die emotionale Unterstützung durch den Vorgesetzten von sehr hoher Bedeutung in dieser Phase
  • Deutlich wichtiger als eine besonders umfangreiche IT-Ausstattung im Home Office ist, dass Mitarbeiter klar wissen wohin sie sich bei IT-Problemen wenden können und ihnen dort schnell geholfen wird
  • Klare Regeln für Kommunikation und deutlich kommunizierte Arbeitsanweisungen sind nötig für die produktive Zusammenarbeit aus dem Home Office. Ansonsten können die entstehende Ambiguität und Missverständnisse zu Reibungen im Arbeitsablauf führen.

Mehrheit möchte auch nach Ende der Krise häufiger im Home Office arbeiten

Trotz der schwierigen Umstände, die zur jetzigen Home Office-Situation geführt haben und einiger damit verbundenen Schwierigkeiten, entdecken viele Arbeitnehmer derzeit auch das Home Office für sich. Gut 3/4 (77%) würden gerne auch nach Ende der Coronakrise häufiger aus dem Home Office arbeiten. Dies betrifft sogar 70% derer, die angaben, bisher noch nie im Home Office gearbeitet zu haben. Da viele Arbeitgeber durch die aktuelle Situation erstmalig gezwungen sind, die nötige organisatorische und IT-Infrastruktur für eine breitflächige Arbeit von Zuhause aus zu schaffen, könnte diesem Wunsch von Arbeitnehmern in Zukunft also häufiger Gehör geschenkt werden.

>> kompletten Ergebnisbericht herunterladen

Quelle: funktionHR

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

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