Trendence Award Verleihung Berlin Soho Haus

Trendence Award-Verleihung 2014 im Soho-Haus Berlin

Nachdem bereits im Januar Focus und XING den Award Top nationaler Arbeitgeber und im April Konkurrent Universum seine Universum Awards mit eigenen Veranstaltungen in Berlin und Stuttgart Fellbach verliehen hatten, fand am gestrigen Abend das entsprechende Event des Mitbewerbers Trendence statt. Hier ein Bericht von der Veranstaltung sowie den Preisträgern.

Eine würdige Location für das Ereignis des Abends

Da ich aufgrund des Auswahlsymposiums für den Software Campus sowieso drei Tage in der Hauptstadt weile, konnte ich die Veranstaltung am 13.05.2014 im Soho-House Berlin besuchen. Insgesamt weitere knapp 90 Personaler aus unterschiedlichen Unternehmen hatten sich bereits am frühen Abend in den edlen Räumlichkeiten eingefunden.

Holger Koch, der Geschäftsführer von Trendence, der mir bisher wesentlich weniger medial begegnet ist wie sein Kollege von Universum, eröffnete die Veranstaltung offiziell, bevor er die weitere Moderation an einen professionellen (Radio)Moderator übergab. Dieser setzte mit seinem ergänzenden Kommentar, dass wir uns hier im Paradies befänden, die Latte meiner Erwartungen noch einmal deutlich höher.

Trendence Award Best Employer Branding Innovation

Gleich zu Beginn wurden die sechs Nominierten für den in diesem Jahr eingeführten neuen Award in der Kategorie Best Employer Branding Innovation vorgestellt. Die Anmeldung stand bis März allen Unternehmen unabhängig von den Ergebnissen im klassischen Arbeitgeberranking bzw. den Studienergebnissen offen und wurde von einer siebenköpfigen Experten-Jury bewertet.

Preisverleihung Trendence
Die Jury der Verleihung des Awards Beste Employer Branding Innovation 2014

In diesem Jahr lauten die Namen der Juroren: Prof. Dr. Christoph Beck, Prof. Bettina Borchardt, Prof. Dr. Marion Festing, Steffen Klusmann (Chefredakteur des manager magazins), Trendence Geschäftsführer Holger Koch, Prof. Dr. Alfred Quenzler, Prof. Dr. Michael Ruf und Prof. Dr. Anja Seng.

Die Nominierten

Darunter die Allianz, mit ihrer mobiloptimierten Recruiting-Lösung. Aus der Not heraus entstanden, weil die bisherigen Flash-Seiten auf den iPhones und iPads der Bewerber nicht lief, hatte man sich für eine neue mobiloptimierte Variante der Karrierewebsite entschieden. Dabei können bis auf den Upload von Dokumenten alle Dateneingaben sowie die Verwaltung des Bewerberaccounts vom Mobilgerät aus erfolgen. Ein sogenannter „Hot Job“, also eine schwer zu besetzender Engpass-Stelle, kann mittels einen speziellen One-Klick-Bewerbung-Buttons in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden. Dabei müssen die Bewerber neben ihrer Telefonnummer für die Kontaktaufnahme nur ihren Ausbildungsstand sowie eine berufliche Station angeben. Mobiles Recruiting reduziert auf ein Minimum.

Die Verantwortlichen von BMW stellten ihr Studentenbotschafter-Programm vor. Mittels studentischer Markenbotschafter sollen an Hochschulen authentische Testimonials für (Arbeitgeber)Markentreue sorgen. Dabei mussten sich die angehenden Brand Ambassadors via Video bewerben und wurden dann für ihren Job ausgebildet und mit BMW-Fanartikeln ausgestattet.

Continental präsentierte die „Job Shadowing“-Aktion, die massiv beworben wurde und Studenten die Möglichkeit eröffnete, einer weiblichen (!) Führungskraft einen Tag über die Schulter zu schauen (daher der Begriff „Shadowing“ = „Schatten spielen“). Unter dem Motto „Meet the Manager“ sollte so die Attraktivität des Unternehmens für weibliche Führungskräfte erhöht werden.

Neue Wege ging auch die mittelständische Rechtsanwaltskanzlei Menold Bezler, die sich stark dem Thema Beruf und Familie widmeten. Unter dem Motto „Zufriedene Anwälte“ wurden Teilzeit-Arbeitsmodelle für Kanzleipartner eingeführt, die eine Reduktion der wöchtenlichen Arbeitszeit auf 50% ermöglichen. Neben einem Kinderbetreuungskostenzuschuss gibt es für den Krankheitsfall des Kindes ein Kindertaxi bzw. einen eigenen Raum in der Kanzlei, in dem neben einem Arbeitsplatz für die Kanzleimitarbeiter auch Kinderspielzeug die Work-Life-Balance erhöht. – Als die verantwortliche Personalleiterin begeistert von der beliebten Kinderwerkbank berichtete, wurde sie von ihrem wild gestikulierenden Kollegen unterbrochen, was für erheiterte Lacher sorgte. Klar, wenn es rechtlich heikel wird und das Thema Kinderarbeit im Raum steht, sind wir Juristen seeeeehr vorsichtig.

Stellvertretend für insgesamt 18 Firmen trat die Telekom mit ihrem kreativen Bewerbungsevent „Blind Applying“ auf. Bei dieser Aktion konnten sich Bewerber mittels einer einzigen Bewerbung auf Praktikantenstellen bei 18 Unternehmen gleichzeitig bewerben. Sie wussten aber nicht, bei welchem Unternehmen, in welchem Land bzw. welcher Job ihnen am Ende angeboten wurde. Das Bemerkenswerte daran: In den Social Media-Kanälen der beteiligten Unternehmen kam es zu einer Banner-Tausch-Aktion, so dass die Besucher der Facebook-Seiten kurze Zeit Werbegrafiken von anderen Unternehmen zu sehen bekamen, was zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugte und die Aktion viral verbreitete. Das Motto dahinter: „We all want you!“.

Vielleicht das Konzept für weitere kooperative unternehmensübergreifende Personalmarketing-Aktionen? – Jedenfalls ein Erfolgsmodell, das es demnächst in einer zweiten Auflage geben wird. Ob dann wieder die Server der Telekom abstürzen wegen des großen Andrangs? Wir werden sehen.

Blind Applying
Auszug Screenshot Website www.BlindApplying.com

Schließlich berichtet Robindro Ullah über die Weihnachtsaktion von VOITH, bei der Recruiter auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt verkleidet Pralinen mit einer Visitenkarte verteilten. Hintergrund: Die Karte lud die angesprochenen Passanten dazu ein, zu Weihnachten doch mal einen Job bei VOITH zu verschenken. Bekanntheit und Aufmerksamkeit wurden laut Aussage von Robin erzeugt, die Passung der tatsächlichen Bewerber zu den ausgeschriebenen Stellen war jedoch optimierungsbedürftig. Vielleicht ein Grund, warum es doch spezialisierte Recruiter braucht und eben nicht jeder diesen Job machen kann?

Das Dinner

Das in drei Gängen servierte Abendessen, oder besser gesagt Gala-Dinner, hatte einen besonderen interaktiven Touch: Wie bei einem Familienessen wurden Teller, Schüsseln und Platten wild an den Tischen herumgereicht. Eine nette Idee, um die eh sehr ausgelassene und gesprächige Stimmung weiter voranzubringen. Im Vergleich zu den eingangs genannten Events der Mitbewerber waren die Räumlichkeiten etwas beengter, was jedoch zu einer größeren Gemütlichkeit führte, als wenn ein Galadinner in einer hohen Fabrikhalle stattfindet. Nachteil: Die Lautstärke war wesentlich höher und die Sichtbarkeit auf die Präsentationen an der Bühne eingeschränkter.

Verleihung 13.05.2014
Trendence Awards 2014 Verleihung im Soho-House Berlin.

Trendence Award Bestes Schülermarketing

Nach einem kurzen Einblick in die Befragung der Schüler durch das Trendence Institut, wonach diese Social Media aufgrund der tendenziell privaten Nutzung für weniger marketingrelevant halten bzw. Aussagen, dass für Schüler Arbeitgeber vor Ort attraktiver sind als entferntere Arbeitgeber sowie Hinweise auf die Bedeutsamkeit von Eltern bei der Ausbildungsentscheidung ihrer Kinder, wurden die Gewinnerplätze bekannt gegeben:

  1. McDonalds
  2. Bundeswehr
  3. Polizei

Mein erster (politisch natürlich vollkommen inkorrekter, aber leider tatsächlicher) Gedanke: Fastfood und Waffenträger. Ist das unsere Jugend …?

Trendence Award Beste Karriereanzeige

Der Laudator dieser Preiskategorie lobte den Sieger für den „provokanten Twist bei Text und Bild“ und gab weitere Einblicke in unterschiedliche Anzeigenmotive.

  1. Lufthansa
  2. BMW
  3. Porsche

Trendence Award Beste Karrierewebsite

Auch hier setzten sich die „üblichen Verdächtigen“ aus den großen Arbeitgeberrankings durch:

  1. Deutsche Bahn
  2. Lufthansa
  3. BMW

Trendence Award Bester Auftritt Karrieremesse

Für mich die fragwürdigste Kategorie von allen, insbesondere als der Laudator anführte, dass wohl auch die Häufigkeit der Messeauftritte Einfluss auf die Wertung hatte. Nach dem Motto „Wer den größten Bedarf hat, ist auch gut“ oder „viel hilft viel“. Ebenso sind Aussagen, dass bei den Gewinnern „alle Bewerber innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten haben“ aus meiner Sicht gewagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Trendence oder der Sponsor Staufenbiel in die höchst vertrauliche Kommunikation mit allen Bewerbern technisch eingeklinkt hat. Aber das ist nur meine persönliche Vermutung und skeptische Anmerkung. Vielleicht frage ich demnächst mal einen der sympathischen Trendence-Account-Manager dazu.

Die Preise gingen an

  1. Audi
  2. Volkswagen
  3. Lufthansa

Trendence Award Bester Social Media Impact

Das Siegertreppchen bevölkern hier

  1. Daimler
  2. Commerzbank
  3. Bundeswehr

Beim klassischen Kurzinterview der Sieger durch den Moderator im Rahmen der Award-Übergabe kam es zu folgender Aussage des verantwortlichen Daimler-Mitarbeiters: „Ich danke ganz besonders meinem Chef, der mir die Freiheit für diese Aktion gegeben hat.“. Und an seinen Chef gewandt: „Und für was danken Sie mir??“ – Großer Beifall für diesen willkommenden Lacher, da sich die Verleihung von sieben Awards inklusive Laudatio dann doch etwas hinzog.

Trendence Award Bestes Hochschulmarketing

  1. Claas
  2. PWC
  3. Sparkasse

Der mittelständische Sieger Claas hatte eine wortwitzige Kampagne gestartet unter dem Motto „Zukunft ernten“, was bei einem Hersteller von Erntemaschinen und Rasenmähern in meinen Augen durchaus kreativer Wortwitz ist.

Trendence Award Best Employer Branding Law

Die Auszeichnungen für die herausragendsten Aktivitäten im Bereich Arbeitgebermarke Zielgruppe Juristen erhielten:

  1. Linklaters
  2. EY
  3. Baker McKenzie

Verleihung Sonderpreis Employer Branding Innovation des Jahres

Preisträger des Trendence Awards Beste Employer Branding Innovation 2014.
Preisträger des Trendence Awards Beste Employer Branding Innovation 2014.

Nachdem der Spannungsbogen von der Vorstellung der Nominierten zu Beginn der Veranstaltung bis zum Dessert um kurz vor 22:00 Uhr aufrecht erhalten worden war, wurden die Gewinner nunmehr bekannt gegeben. Mein Glückwunsch geht an:

  1. Deutsche Telekom
  2. Allianz
  3. Kanzlei Menold Bezler

Der Ausklang des Abends

Insgesamt eine absolut gelungene Veranstaltung, die sich gegenüber den Events der Mitbewerber eine gewisse Eigenständigkeit bewahren konnte. Das mag auch an der gefühlt „wärmeren Atmosphäre“ gelegen haben. Insbesondere im Verleich zur doch recht unterkühlten Focus-XING-Award-Verleihung hatten die Verantwortlichen hier nicht auf die oberste Managementebene gesetzt, sondern meist die tatsächlich verantwortlichen Personaler eingeladen.

Preisverleihung Berlin
Nachthimmel über Berlin auf dem Balkon des Soho-House

Bei einer hausgemachten Limonade on ice konnte der Networking-Part auf dem Balkon mit Blick auf den nächtlichen Berliner Stadthimmel beginnen. Zurück im Hotel habe ich mich natürlich gleich an die Berichterstattung gemacht, damit Sie liebe Leser sofort auf dem aktuellen Stand sind. Daher die Bitte, meine Rechtschreibung nicht auf die Goldwaage zu legen.


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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

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0 Antworten

  1. vielen Dank für den ausführlichen und ehrlichen Bericht! Eigenständigkeit und Herzlichkeit sind tatsächlich typische trendence Qualitäten, und es freut mich, dass wir auch Sie damit überzeugen konnten. Bis hoffentlich bald!

  2. Sehr interessant. Ich finde es bemerkenswert, dass sehr oft die „üblichen Verdächtigen“ (schön, wie Sie das gennant haben: „Fastsood & Waffenträger“) die Ränge erhalten.
    Senden KMUs keine Bewerberungen ein?

    1. Also für Trendence ist es so, dass KMU vor allem eine Chance auf den neuen Sonderpreis Beste Employer Branding Innovation haben, weniger auf die Siegerplätze in den klassischen Kategorien. Grund dafür ist der Zusammenhang mit den Studien bzw. Befragungen der Zielgruppen. Die Rankings basieren im Wesentlichen auf Bekanntheit und Image. Daher punkten nur die Unternehmen, die auch eine deutschlandweit sehr hohe Bekanntheit haben. Selbst große Hidden Champions scheitern bereits an dieser Hürde und verfehlen damit die ersten Ränge meist deutlich. Ein Grund, warum über die deutschlandweiten Studien von Trendence und Universum die Zielgruppen nur von den Unternehmen erfahren, die die meisten eh schon aufgrund ihrer großen Markenstärke kennen. Die anderen müssen sich alternative Möglichkeiten einfallen lassen, bzw. zu Zertifikaten wechseln, wie z.B. Great Place to Work.

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