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Focus XING kununu – Top nationaler Arbeitgeber 2014 Preisverleihung

Focus und XING hatten gerufen – und Vorstände, Geschäftsführer, Personalmanager und Unternehmenssprecher von großen deutschen Unternehmen waren nach Berlin gekommen in das Museum für Kommunikation. Ein imposantes Bauwerk und eine gute Location für die Verleihung der Awards „Top nationaler Arbeitgeber 2014“ sowie den „New Work Award“.

Frisch zurück von der Veranstaltung ein paar persönliche Eindrücke zu diesem Event.

(c) aKINDofART - Fotografie Stefan Scheller

Die Studie zum Arbeitgeberranking

Natürlich haben sich schon im letzten Jahr viele in der HR-Szene gefragt, ob es denn tatsächlich noch ein weiteres Arbeitgeberranking brauche. Nicht nur, dass die Siegel-Inflation nahezu epidemieartige Züge angenommen hat, auch die Ergebnisse stehen aufgrund der jeweiligen Erhebungsmethoden immer wieder in der Kritik.

Das aktuelle Focus XING Ranking bezog 2.000 von Statista ermittelte Unternehmen in Deutschland ab 500 Arbeitnehmern (Ausnahme Internet-Startups) in die Bewertung mit ein. Es wurden 12.000 Arbeitnehmer via Internet zu ihrem Arbeitgeber befragt. Angereichert wurde der Datenpool mit der Anfrage bei 250.000 XING-Mitgliedern (7 Millionen gibt es übrigens seit gestern in Deutschland, Österreich und der Schweiz), sie mögen einen Fragenbogen zu ihrem Unternehmen beantworten. 7.700 haben das wohl auch getan. Und nachdem im Januar 2013 kununu von XING übernommen wurde, durften auch erstmals über 23.000 kununu-Arbeitgeberbewertungen in die Berechnungen mit einfließen. Heraus kam ein Ranking, das ab heute auch in einer Focus-Spezialausgabe ausführlich zu lesen ist für stolze 6,90 Euro.

Ich hatte mich nach gefühlten Monaten mal wieder richtig aufgebrezelt für die Veranstaltung.

Stefan Scheller

Immerhin war ich zusammen mit unserem Personalvorstand Jörg Rabe von Pappenheim nach Berlin gereist, um DATEV vor Ort zu vertreten. Und es hat in der Kategorie „große IT-Unternehmen“ für Platz 2 gereicht, hinter SAP und vor Microsoft.  Diese Platzierung kommt mir spätestens seit dem ähnlich gelagerten Great Place to Work Award, bei dem ebenfalls eine Mitarbeiterbefragung stattfand, irgendwie bekannt vor. Letztlich spricht das aber tendenziell für die Validität der Ergebnisse.

Schon im Vorfeld hatte es zuerst bei den bewerteten Unternehmen, anschließend in der HR-Blogger-Szene Aufregung um dieses Arbeitgeberranking gegeben. Die Kommunikation zum Befragungsdesign hatte wohl nicht alle betroffenen Unternehmen gleichermaßen erreicht. Besonders jedoch stieß die sang- und klanglose Import-Aktion der im Rahmen der Studie erfolgten Bewertungen via XING in kununu auf Widerstand. Auch ich war wenig erfreut über die komplett unkommentierten und wie Spam wirkenden inhaltsleeren Bewertungen. Aber Schwamm drüber.

Das Veranstaltungsprogramm

Veranstaltungsort

Kurz nach 19 Uhr startete der offizielle Veranstaltungspart mit der Begrüßung durch Daniel Goffart (Fokus) und Marc Sven Kopka (XING). Im Anschluss nutze Thomas Ehm, Senior Vice President Human Resources von Airbus Germany die Bühne, um neben weiteren Grußworten von der Airbus Erfolgsstory zu erzählen. Inhaltlich ist bei mir davon nicht viel hängengeblieben. Außer dem Eindruck, dass das Gesagte ein eher inhaltsleerer Lobgesang auf das eigene Unternehmen und die Erfolge gegenüber dem großen amerikanischen Konkurrenten auf dem Weltmarkt war.

Ein erster Vorgeschmack auf viele weitere Lobpreisungen: In 22 Branchen, jeweils für Großunternehmen mit über 2.000 Mitarbeitern bzw. Mittelstandsunternehmen mit weniger als 2.000 Mitarbeitern. Dazu jeweils 3 Platzierungen. Zur Freude aller Anwesenden durften jedoch nur die jeweils Erstplatzierten auf die Bühne, um ihre Urkunde abzuholen.

Zum Glück waren die Moderatoren aber selbstkritisch genug, um zu merken, dass sich diese Prozedur gefühlt den ganzen Abend hingezogen hat. Tatsächlich waren es allerdings nur knapp 100 Minuten.

Der New Work Award

Den zweiten Teil des Abends läutete XING CEO Dr. Thomas Vollmer ein und zog einen rasanten Bogen von den Arbeitswelten der Gegenwart hin zum „New Work Award“. Daher auch der Titel der Veranstaltung „Gegenwart trifft Zukunft“.

New Work Award

Die prominente Keynote und Laudatio kam schließlich von Ex Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger. Seine Persönlichkeit polarisiert stark – mir hat er jedoch imponiert. Warum? Weil er sehr hart mit sich und seinem früheren Management- und Führungsverständnis ins Gericht gegangen ist. Deutliche Worte über das, was ihm und Manager seinesgleichen früher richtig erschien: „Höher, schneller, weiter, ohne Rücksicht auf Verluste“. Hin zu einem tieferen Verständnis für die Individualität des Menschen. Von Human Resources hin zu Resourceful Humans.

Liebevoll nannte er zudem kununu die „Generation Y von XING“, auf deren Denke er stolz sei. OK, ok, er ist auch Mitglied des XING-Ideenlabors und damit quasi ein Patenonkel von kununu. Aber trotzdem konnte man ihm seine Worte abnehmen.

Die drei Top-Platzierten des New Work Awards erhielten nacheinander ihre Auszeichnungen für neuartige HR-Konzepte. Egal, ob Dark Horse beispielsweise hierarchielos und basisdemokratisch strategische Entscheidungen zum Innovationsmanagement treffen, Team Neusta Raum schafft für Talente im Unternehmen bzw. auch für Externe und Gründer oder die 12Mnkys (kein Schreibfehler, die heißen tatsächlich so) mit ihrem eigenen Persönlichkeitstest alle Mitarbeiter miteinander vergleichen, um deren individuellen Unterschiede zu verstehen. Alle haben sich getraut neue Wege zu gehen. Ob die Konzepte auf Dauer funktionieren, weiß keiner. Aber einen Award waren sie den Juroren sowie über 30.000 votenden XING-Nutzern wert. Recht haben sie. Neue Konzepte braucht das (HR)-Land!

Nach dem zweiten Teil der Veranstaltung hatte sich die Stimmung beim Netzwerken schnell wieder aufgelockert. Einige angeregte Gespräche später, lief ich mit meiner knallroten Focus-Tüte und der Vorabausgabe des Focus Spezial darin durch die eisige Berliner Nacht. Nur, um Euch noch vom Hotelzimmer aus mit diesem Beitrag zu erfreuen. Was tut man nicht alles, damit die eigenen Leser bestens informiert sind …

Und falls dieser Artikel etwas mehr Rechtschreib- oder anderweitige Fehler beinhaltet als sonst, dann möge man mir das bitte verzeihen, es ist gleich 2 Uhr. – So, nun aber gute Nacht Deutschland!

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