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“Still ruht der See im Social Media Personalmarketing?!“ – Einblicke in die SMPC exklusiv 2013

Das war sie also, die SMPC exklusiv 2013. – Hab ich da gerade „SM“ geschrieben? Ja, hab ich, allerdings steht die Abkürzung in diesem Zusammenhang für die Social Media Personalmarketing Conference. Nur damit keine falschen Hoffnungen über den Inhalt dieses Beitrags aufkommen. Ansonsten würde ich mein Blogdesign in Rot tauchen und zwei gekreuzte Peitschen ins Logo nehmen. Aber keine Sorge, so weit wird es nicht kommen.

Bild von http://www.personalmarketingblog.de/smpc-exklusiv-2013-das-programm-steht
Bild von http://www.personalmarketingblog.de/smpc-exklusiv-2013-das-programm-steht

Vielmehr möchte ich Euch einen Einblick geben in meine persönlichen Highlights der beiden Tage für alle diejenigen, die aufgrund des Zusatzes „exklusiv“ im Veranstaltungstitel nicht dabei sein konnten. Es muss sich also keiner im Wortsinn „ausgeschlossen“ fühlen.

Hamm – dort wo die Blitzer wohnen

Am 03.06. ging´s mit dem ICE von Nürnberg nach Hamm. Eine Stadt, die mir auf ewig in Erinnerung bleiben wird, aufgrund ihrer extrem hohen Dichte an festinstallierten Blitzgeräten. Dazu kamen die Hammer Stadtväter noch auf die Idee, am Tag der Konferenz ihren sogenannten „Blitzmarathon“ durchzuführen, um das klamme Stadtsäckel weiter kräftig aufzufüllen.

Bahnhof Hamm

Schon zur Vorabendveranstaltung der SMPC reisten zahlreiche Personaler aus den unterschiedlichsten Unternehmen und Ecken Deutschlands an, um sich auszutauschen und zu Networken. Der kulinarische Eventcharakter des Abendmenüs, bei dem die Teilnehmer den Michelin Sternekochs Jens Bomke und sein Team aktiv beim Kredenzen unterstützen konnten, zeigte eine weitere Facette des Begriffs „exklusiv“.

Volles Programm

Am 04.06. ging es dann mit der eigentlichen Konferenz in voller Mannstärke bzw. Fraustärke los. Als Auftakt wurden die Preisträger „Best SM Innovator“ und „SM Innovater“ gekürt. Dass ich Arbeitgebersiegeln, Awards und sonstigen Auszeichnungen grundsätzlich eher kritisch gegenüber stehe, ist spätestens durch meine entsprechende Beitragsreihe auf diesem Blog bekannt. In diesem Fall konnte ich jedoch sehr gut nachvollziehen, warum die Jury die Preisträger ausgezeichnet hat. Der SMPC-Initiator und Moderator Lutz Altmann hat dazu auf seinem Personalmarketingblog einen lesenswerten Beitrag verfasst.

Meine persönlichen Veranstaltungshighlights

Schon zu Beginn der Vorträge rockte Ute Neher die Bude. In unvergleichlicher Weise gab sie einen sympathischen und unkonventionellen Einblick in die bunte Welt der Deutschen Telekom. Dabei verkörperte sie den Spirit Ihres Arbeitgebers und trat ganz nach meinem eigenen Motto „Erfolgreiches Recruiting junger Menschen wird nicht von Schlipsträgern in schwarzen Anzügen vollbracht“ im sommerlich bunten Outfit mit magentafarbenen Stoffschuhen auf.

Inhaltlich weckte vor allem die bereits durchgeführte Guerilla-Kampagne (bitte nicht verwechseln mit Gorilla!) das Interesse ihrer Zuhörer. Dabei ging es darum, vor den Firmengebäuden von Mitbewerbern in Kontakt mit deren (IT-)Mitarbeitern zu kommen. Mit einem Slogan a´la „Sie hier? Sie sollten lieber dort (bei der Telekom) sein/arbeiten!“ verteilte Ute Neher mit ihrer Magenta-Crew Eis und Croissants und kam ins Gespräch mit den potentiellen Jobwechslern. Eine unkonventionelle Idee, auf die die „betroffenen“ Unternehmen sehr unterschiedlich reagiert haben. Ich bin mir sicher, wir bei DATEV hätten die Aktion mit Humor genommen, da wir doch wissen, dass unsere Mitarbeiter auch innerhalb unserer Gebäude jederzeit lecker Eis bekommen können.

Bild von: http://www.saatkorn.com/2012/11/21/im-employer-branding-und-recruiting-dschungel-mit-der-deutschen-telekom/
Bild von: http://www.saatkorn.com/2012/11/21/im-employer-branding-und-recruiting-dschungel-mit-der-deutschen-telekom/

Gleich im Anschluss gab Dennis Blöcher von Stihl einen vertieften Einblick in die Entstehung der neuen Erfolgskampagne. Ein Highlight auch deshalb, weil eine so moderne und peppige Kampagne dem schwäbischen Traditionshaus erst einmal intern „verkauft“ werden musste. Beeindruckend sein Glaube an den Erfolg der Kampagne („Egal ob dem Management die Kampagne gefallen hätte – wir hätten sie auf jeden Fall gelauncht!“). Was lernen wir daraus? Innovationen im Bereich Personalmarketing brauchen ebenfalls viel Mut nach innen.

In ein vergleichbares Horn stieß auch Jürgen Sorg, von der Techniker Krankenkasse unter dem Motto „Social bei Nature?!“. Eine Kernaussage seines Vortrags war für mich „Wir wollen nicht Corporate sprechen!“ in unseren Social Media Kanälen. Dass er persönlich sehr authentisch auch die Devise „Mach Dein eigenes Ding!“ lebt, zeigte u.a. die Tatsache, dass auf seinen knapp 40 Folien kein einziges Logo der TK zu sehen war.

Social Media geht also seinen eigenen Weg – letztlich kommt es alleine auf die Wirkung bei der Zielgruppe an. Und dabei können die TK´ler augenscheinlich auf sehr zufriedene Mitarbeiter zurückgreifen. Immerhin hat sich das Unternehmen beim branchenübergreifenden Great Place to Work Wettbewerb in 2013 sogar noch vor die DATEV auf Platz 1 gesetzt. Insofern sei Jürgen Sorg das erlaubt. Mit seinem Elan hat er ein äußerst positives Bild von der Arbeit in der Krankenkasse gezeichnet und dabei Einblicke gegeben, wie das Unternehmen junge Nachwuchsmitarbeiter ködert und bindet und dabei gleichzeitig den heiligen Gral (den Tarifvertrag) hütet und beschützt vor dem Bekanntwerden.

Marcus Fischer von Baloise, einer großen Schweizer Versicherungsgesellschaft, präsentierte uns sehr kurzweilig seine Arbeit im Employer Branding sowie die dahinter liegende Systematik und Strategie. Eine pragmatische Maßnahme zur Kostensenkung war für ihn die Vermeidung von Agenturkosten durch das eigenständige Drehen der Employer Branding Videos. Mit Geld umgehen, das kann man in der Schweiz. Man ist gar geneigt, den bekannten Werbeslogan zu zitieren „Wer hat´s erfunden? – Die Schweizer.“. Natürlich gab er das selbstgedrehte mediale Werk zum Besten – ein Leckerbissen und eine Herausforderung für die Zuhörer war der authentische swissmade Streifen in Landessprache auf alle Fälle.

Zu vorgerückter Stunde schaffte es Uwe Baierl von der DB Mobility Logistics mit viel Sympathie und spannenden Einblicken, die Teilnehmer für die Online-Personalmarketing-Kampagne der Bahn zu begeistern. Die innovative Idee, Schüler und Absolventen spielerisch online hinsichtlich des passenden Jobs zu beraten und dabei die aktuelle Personalmarketing-Kampagne um ein zusätzliches Element anzureichern, kam sehr gut an. Auch wenn nicht allen anwesenden Unternehmensvertretern ein vergleichbares Marketingbudget zur Verfügung steht, so war doch die Neugestaltung der DB-Karrierewebsite zumindest sehr inspirierend, was eine unternehmensspezifisch angepasste Variante der eigenen Karriereseiten angeht.

Was ist denn nun mit dem See??

Image credit: chuyu / 123RF Stock Foto
Image credit: chuyu / 123RF Stock Foto

Den offiziellen Tagesabschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Still ruht der See – warum es derzeit so ruhig ist um Social Media im Personalmarketing“. Äußerst professionell und frisch moderiert von Raoul Fischer von der Werben & Verkaufen, waren sich die Diskutierenden dann allerdings gar nicht mal so einig darüber, ob es derzeit tatsächlich so ruhig in der Szene ist, bzw. dass es möglicherweise sehr gute Gründe hierfür gibt.

Einerseits sei Social Media im Personalmarketing zwischenzeitlich im Alltag angekommen sowie erste Erfahrungen mit Stellenanzeigen via Postings und Ads in Facebook gesammelt. Das Thema sei kein Hype mehr, wie er von zahlreichen Agenturen und Gurus in den letzten Jahren gepusht wurde. Vielmehr habe sich eine gewisse regelmäßige Betriebsamkeit eingestellt, die aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage aktuell einfach weniger Einstellungsaktivitäten bedürfe. Gleichzeitig prüften die Unternehmen neue Plattformen, wie z.B. Pinterest, als Teil des Medienmixes. Auch rücke die Frage nach dem ROI der Social Media Aktivitäten weiter in den Fokus der Unternehmen.

Bei der Frage, welche Plattformen, Trends und Strategien in den kommenden Jahren State oft the Art sein werden, wollten sich die Podiumsitzenden jedoch nicht festlegen.

Ankündigung
Ich werde in Kürze einigen Fragen dazu auf diesem Blog nachgehen. Arbeitstitel für meine geplanten Beiträge: „Was kommt nach Facebook?“ sowie „Retargeting – Internetnutzer im Fadenkreuz der Marketiers.“

Es lohnt sich also, diesem Blog zu folgen, zum Beispiel über den Folgen-Button am rechten Bildschirmrand weiter oben.

Ein herzliches Danke!

Abschließend noch ein paar Worte zum organisatorischen Rahmen der SMPC 2013: Hierzu gleich ein großes Kompliment an die Gastgeber von Westpress! Die Mannschaft um Geschäftsführer Christian Hagedorn hat gezeigt, was Professionalität und absolute Kunden-/Gästeorientierung ist. Sowohl die Location im eigenen Hause, der reibungslose organisatorische Ablauf, die herausragende Verpflegung sowie die umfassende Unterstützung der Westpressler zum Beispiel beim Shuttleservice zu jeder Tages- und Nachtzeit, haben den Eindruck einer wirklich exklusiven Veranstaltung jederzeit unterstrichen.

Sofaecke

Selbst wenn dem ein oder anderen anwesenden Westpress-Kunden kurz die Bemerkung über die Lippen kam, dass ihnen nun klar sein, wohin ihre gezahlten Gelder geflossen seien, so konnte das den Gesamteindruck keineswegs trüben. Und sind wir doch mal ehrlich: Jede Zusammenarbeit mit professionellen großen Agenturen hat heute ihren Preis. Möglicherweise ein Grund, warum Lutz Altmann nicht müde wurde, in charmanter Weise eine Lanze für kleine Kreativagenturen zu brechen. Sei es drum.

Mein persönliches Fazit

Es war also eine besondere, von der Masse der mir bekannten Konferenzen absolut positiv abweichende Veranstaltung, mit hochwertigen Vorträgen und einem wahrlich exklusiven Rahmenprogramm. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, es ginge nur darum, sich selbst zu feiern und Leistungen zu verkaufen. Dabei war ich diesbezüglich im Vorfeld tatsächlich durchaus skeptisch.

Umso deutlicher möchte ich in diesem Blog meine persönliche sehr positive Meinung zur SMPC exklusiv 2013 zum Ausdruck bringen. Und ich denke, dass die leichte Überschreitung meiner eigenen Vorgaben zur Anzahl der verwendeten Wörter Eurem Interesse nicht geschadet hat. Immerhin habt Ihr bis hierher gelesen … ;o)

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